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Parodontose durch Bakterien
Parodontose (Parodontitis) führt unbehandelt zu einem progressiven Abbau von Bindegewebe und Alveolarknochen. Die Folge sind Zahnfleisch- und Knochentaschen, in denen die Parodontitis verursachenden Bakterien eine ideale ökologische Nische finden.
Gleichzeitig lagern sich in der Zahnfleischtasche weiterhin bakterielle Beläge ab, die einer Entfernung durch den Patienten nicht mehr zugänglich sind. Es entsteht ein circulus vitiosus mit der Folge, daß das parodontale Gewebe durch den entzündlich bedingten Auflösungsprozess verloren geht. Die Folgen sind Zahnlockerung, Parodontalabszesse und Zahnverlust.
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, daß Parodontitis nicht nur für das Gebiss eine Belastung darstellt, sondern auch Ursache für artheriosklerotische Veränderungen der Gefäße sein kann.
Zum einen wird als Ursache eine Bakteriämie diskutiert. Die Keime gelangen aus dem entzündlich veränderten parodontalen Gewebe in die Blutgefäße und lagern sich an den Innenwänden (Intima) ab. Dort führen sie zu Entzündungsreaktionen, verändern das Gefäßendothel und begünstigen die Ablagerung ateromatöser Plaque. Studien an pathologisch veränderten Präparaten (Arteria Carotis) haben dort die Anwesenheit einer Vielzahl von parodontalpathologischen Keimen nachgewiesen.
Zum anderen wird angenommen, daß die entzündlichen Prozesse im Parodontium in vermehrtem Maße zu einer überschießenden Freisetzung von Zytokinen und Entzündungsmediatoren führen (z.B. Interleukin 1-beta, TNF-alpha und Prostaglandin E2). Diese bewirken nicht nur im Parodontium einen entzündlich bedingten Gewebsuntergang, sondern auch an den Gefäßwänden.
Bei Parodontose kann zu vermehrter Thrombenbildung mit den Spätfolgen eines akuten Verschlussereignisses kommen (Herzinfarkt, Schlaganfall). Die vermehrte Ausschüttung von Entzündungsmediatoren durch parodontale Erkrankungen erhöht das Risiko von Frühgeburten.
Neben der klassischen Behandlungstherapie sind ganzheitliche Therapieverfahren wie Ernährungslenkung, Ölziehen und die orthomolekulare Therapie bei einen nachhaltigen Therapieerfolg zwingend erforderlich.
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